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Munster & Bundeswehr

Grußwort der Bürgermeisterin

Bürgermeisterin Christina FleckensteinDie Stadt Munster ist wie kaum eine andere Stadt mit der Bundeswehr und ihren Soldatinnen und Soldaten verbunden. Seit nunmehr über 60 Jahren pflegen wir hier, am größten Heeresstandort, eine ausgesprochen gute zivil-militärische Zusammenarbeit. Die Angehörigen der Bundeswehr, egal ob in Uniform oder in Zivil, haben sich in diesen sechs Jahrzehnten immer auch in das gesellschaftliche Leben eingebracht.
 

Bronzestatue Lili MarleenAn kaum einem anderen Standort ist die Akzeptanz für die „Bürger in Uniform“ so groß und im Gegenzug das Engagement der Soldaten für die Bevölkerung so ausgeprägt wie in Munster. Uniformen gehören bei uns wie selbstverständlich zum Stadtbild. Diese intensive Beziehung der Stadt und der Bevölkerung mit „ihrer Bundeswehr“ wird durch die Bronzestatue der Lili Marleen symbolisiert, die in der Stadt gut sichtbar aufgestellt wurde. Darüber hinaus werden Besucher der Stadt an der Stadtgrenze von übergroßen gelben Schleifen der Solidarität begrüßt.

Die Truppenteile pflegen Patenschaften mit den örtlichen Kommunen oder aktive Verbindungen mit Vereinen, Institutionen, sozialen Einrichtungen und Werkstätten für Behinderte. Selbstverständlich ist die Bundeswehr an vielen Festen und Veranstaltungen beteiligt. So sind die Soldatinnen und Soldaten fester Bestandteil des Festumzuges, wenn zum Schützen- und Volksfest die Schützengilde die Stadtfahne und die Bürgermeisterin aus dem Rathaus abholen. Andererseits nimmt die Munsteraner Bevölkerung auch großen Anteil an „ihrer“ Bundeswehr. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, sind die Menschen dabei, wenn die Bundeswehr einlädt. Feierliche Gelöbnisse, Großer Zapfenstreich, Übergaben, Konzerte der Musikkorps aber auch Verabschiedungen in den Einsatz finden immer wieder in der Öffentlichkeit statt.

 

Antritt auf dem Markplatz, 60jähriges Jubiläum Panzergrenadierlehrbataillon 92 undPanzerlehrbataillon 93

Natürlich resultieren aus dem intensiven Ausbildungsbetrieb am Standort und auf den Übungsplätzen auch Belastungen. Seit vielen Jahren ist es daher guter Brauch, dass sich der Standortälteste bei den Munsteranern  für ihre Geduld, Nachsicht und Verständnis bedankt. Seit einigen Jahren findet jährlich ein gemeinsames Fest aller militärischen und zivilen Dienststellen der Bundeswehr in Munster statt. Der Lili-Marleen-Tag wird gezielt für die Bürger der Stadt und der umliegenden Gemeinden ausgerichtet.

Lili Marleen TagEin besonders gutes Beispiel für die einzigartige Zusammenarbeit ist das Deutsche Panzermuseum – seit 1983 ein Gemeinschaftsprojekt des Ausbildungszentrums und der Stadt Munster. Das Grundstück und die meisten Großexponate gehören der Bundeswehr, die Stadt ist Eigentümerin der Gebäude und stellt den Betrieb sicher. Bundeswehr und Stadt ziehen hier an einem Strang. Das Deutsche Panzermuseum hat sich zu einem wirklichen Publikumsmagneten in der Heideregion entwickelt. Jährlich kommen über 115 000 Besucher aus aller Welt nach Munster, um sich die technologische Entwicklung der gepanzerten Kampftruppen und der Heeresaufklärungstruppe, von ihren Anfängen bis heute, anzusehen.

Deutsches Panzermuseum, Stahl auf der Heide 2017In vielerlei Hinsicht hat sich Munster zu einem Schaufenster entwickelt. Jedes Jahr kommen tausende teils hochrangige Besucher aus Politik, Wirtschaft, Medien und Militär aus aller Welt nach Munster. Die Bundeswehr ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Viele junge Menschen werden bei der Bundeswehr, auch in zivilen Berufen, zum Beispiel in der Ausbildungswerkstatt zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet, um dann anschließend in der zivilen Wirtschaft zu arbeiten. Zivile Arbeitsplätze werden nicht nur durch die Dienststellen und das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum, sondern auch durch die unterstützenden zivilen Unternehmen, wie die Heeresinstandsetzungslogistik (HIL) oder den Bundeswehr-Fuhrpark, geschaffen.

Früher sind die Familien mit den Soldaten an den neuen Standort gezogen. Und viele sind geblieben. Heute ist die Bundeswehr eine Pendlerarmee, denn es ist nicht mehr selbstverständlich, dass auch die Familien an den neuen Standort ziehen. Als großer Standort bietet Munster jedoch die Möglichkeit mehrere dienstliche Verwendungen nacheinander am gleichen Standort wahrnehmen zu können. Das macht Munster als Dienstort und die umliegenden Gemeinden als Familienwohnort wieder zunehmend attraktiv. Munster will mehr sein, als nur „der Standort“. Munster will ein Stück Heimat sein.

 

Christina Fleckenstein
Bürgermeisterin