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Breloh

Kurzgefasstes aus der Geschichte Breloh

Das erste historisch gesicherte Datum ist das Jahr 1291. Hier wird im „Donatus“, dem Stadtbuch von Lüneburg, ein Schuldner aus „bredenlo“ erwähnt. Unter der Voraussetzung, dass dieser Ort mit dem damaligen Breloh identisch ist, wäre damit der historische Nachweis der Existenz der Ansiedlung erbracht. Eine andere Eintragung, der sich im gleichen Jahr ein gewisser „Johannes von Brilo“ um eine Einbürgerung als Neubürger bewirbt, muss sich nicht auf Breloh bei Munster beziehen. Ob weitere Zuwanderer aus „Brilo“ dazu gezählt werden können, kann hier nicht gesagt werden. Damit könnte auch ein anderer Ort ähnlichen Namens gemeint sein. Es folgen aber weitere Eintragungen, nach denen sich ab 1309 ein Mann namens „Henricus“ entsprechend den Gepflogenheiten der Stadtverwaltung mit der Eintragung als Zuwanderer um die Neubürgerschaft bewirbt.

Das älteste und wohl auch erste Bürgerbuch der Stadt Lüneburg, der „Donatus burgensium antiquus“, umfasst den Zeitraum von 1289 bis 1399 und enthält u. a. die Registrierung der in die Stadt erfolgten Zuwanderungen bzw. Einbürgerungen.

Henricus ist allerdings nur der erste in einer längeren Sukzession aus dieser Quelle. Ihm folgen Albertus (1337), Hildemar (1369), Henneke (1373), Hinrich (1382), Helmeke (1388) und weitere. Sie integrierten sich in die Bürgerschaft Lüneburgs und der 1382 eingetragene Hinrich erlangte schließlich die Mitgliedschaft der Schmiedeinnung, womit hier erstmalig für einen Breloher Zuwanderer die Ausübung eines Handwerks als Lebenserwerb ersichtlich wird.

Über die Anzahl der Anwesen informiert erst ein Register aus dem Jahre 1416, nämlich insgesamt fünf. Ab 1450 sind statt fünf dann sechs Anwesen vorhanden. Der sechste Hof wird aus den vorhandenen fünf als Halbhof erwachsen sein.

Die Lebensgrundlage der Breloher Anwesen ergab sich im wesentlichen aus den weiten Heideflächen. Sie wurden als Weideland für die Schafe genutzt, dienten der Gewinnung von Streu und Futter, vor allem aber der Honiggewinnung durch Bienenzucht. Noch 1750 waren die fünf Höfe und der eine Halbhof Brelohs dem Amt Winsen zinspflichtig. Das jährliche Aufbringen des Zinses und der Zehent gegenüber der Kirche bestimmte die Lebensqualität der Nutzer der Anwesen und ihrer Familienangehörigen bis hin zum Gesinde außerordentlich. Nicht selten drohten Hunger oder auch Gefahr für Leib und Leben. Die Breloher haben dieses während des Dreißigjährigen Krieges trotz ihrer abgelegenen Ortslagen miterfahren, so auch in den Jahren 1519 bis 1523 während der Hildesheimer Stiftsfehde. Durch die Einführung der Reformation um die Jahre 1529/30 wird sich nicht viel verändert haben. Sie erbrachte in ihrer Folge die Entstehen des Schulwesens, und in den nachfolgenden Jahrhunderten erwuchs für die Breloher Kinder grundsätzlich die Möglichkeit, Bildung zu erweben und weiter zu entwickeln.

Die Heerhaufen Tillys zogen 1626 die Örtze aufwärts. Dabei haben sie sicherlich auch die Bewohner Brelohs trotzt der versteckten Ortslage sicher nicht verschont.

Seit den Anfängen der ständigen Besiedlung waren die Einwohner Brelohs mit dem benachbarten Munster verbunden. Die Orientierung Brelohs nach Munster ergab sich jedoch später aus der geistlichen Versorgung und kirchlichen Zuständigkeit. Am Ende wurde Breloh schließlich Kirchspieldorf Munster. Mit Gründung einer Küsterschule in Munster partizipierten die Breloher Kinder jedefalls während deer Winterzeit am Schulunterricht. Versuche Breloher Bewohner, sich einen eigenen Schulmeister zu halten, stießen im Jahre 1672 auf Ablehnung. Um 1700 aber entstand in Breloh doch eine Schule, aus der Schulstatistik Munsters ist ersichtlich, dass 1734 neun Schüler diese besuchten.

Es entwickelten sich nach der Zehnablösung von 1838 und der Verkoppelung nach 1866 in Breloh stattliche Bauernwirtschaften, die zu Wohlstand führten. Die Verkoppelung war ein Prozess der Neuordnung für alle Nutzflächen und deren Besitzer, der in einem Verkoppelungsrezess die Elemente des Breloher Bereiches bis in alle Einzelheiten neu regelte. Er wurde am 30. März 1874 amtlich in Kraft gesetzt.

Im August 1871 wurden das Regulativ über die Bewässerung der Wiesen beiderseits der Örtze von der Forst Raubkammer bis zum Carstenschen Bullenwiese und Winkelmanns-Ilsterschen Koppel aufgestellt. Ebenso halten die Breloher Bauern mit Fuhrwerken beim Bau der Eisenbahn und wenige Jahre später bei der Anlage des Truppenübungsplatze zwischen Munster und Bispingen. Dabei fand so mancher aus dem Bauerndorf zusätzliches Einkommen.

Die ersten Kieselgurgruben entstanden 1905 in Breloh und hatten erhebliche Auswirkungen. Die Landschaft wurde nachhaltig verändert. Die Kieselgurindustrie bildete über Jahrzehnte die Arbeitsmöglichkeit schlechthin für viele Breloher.

Am 31. Januar 1916 wurde das „Breloh-Lager“ errichtet. Die Fläche des Gasplatzes Breloh mit ihrem Kernstück, der Raubkammer, betrug 6.500 Hektar. Ein schwarzer Tag für Breloh auf der 24. Oktober 1919, an dem durch eine ungeheure Explosion 48 Gebäude der Grün- und Gelbkreuzwerke, 1.000 Tonnen Kampfgas, etwa eine Millionen Gasgranaten, eine Millionen Zünder und Kartuschen, 230.000 Minen, 40 Kesselwagen mit Kampfgas u. a. m. in die Luft flogen. Die Gründe dieser Katastrophe sind nicht bekannt geworden. Im Jahre 1925 erfolgt die Sprengung der noch unversehrten Gebäudeanlagen des ehemaligen Gasplatzes Breloh. Nach der Machtübernahme 1933 durch den Nationalsozialismus wurden die Forschungs- und Versuchsarbeiten wieder aufgenommen.

Das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg sollten neue, grundlegende Veränderungen bringen. Der Truppenübungsplatz Munster-Nord hatte längst seine Grenzen an den Ortsrand herangeschoben. Für die vielen zivilen Beschäftigten des Gasplatzes Breloh mussten Wohnungen gebaut werden. Die Wohnstätten Raubkammer oder auch Woltersche Siedlung entstanden. In Munster reichte der Platz für die Errichtung neuer militärische Anlagen nicht aus, so dass in Hornheide das Nebellager, am Ilsterweg das Russen- und Beute-Lager und am Bispinger Weg das Franzosen-Lager entstanden.

Damit war auch eine Vergrößerung der Einwohnerzahl verbunden: 1933 wurde 288 gezählt, 1939 waren 793 und 1945 bereits 1.100 Einwohner. 1951 war die Einwohnerzahl auf 3.198 angestiegen. Durch staatlich geförderte Umsiedlung arbeitsfähiger Familien ging die Zahl der Einwohner 1952 auf 2.600 und 1956 auf 2.373 zurück. Bis 1970 konnten alle Barackenbewohner in Wohnungen untergebracht werden. Auf dem Gebiet des Geländes der Hornheide entstanden im Rahmen des Barackenräumprogramms 16 Häuser mit 226 Mietwohnungen und 159 Eigenheime (Reihen- und Einzelhäuser). Neben diesen Neubauten wurden in den Jahren 1978 bis 1972 zusätzliche Wohnungen für Bundesbedienstete gebaut. Im Jahre 1972 hatte Breloh 3.106 Einwohner.

Die Volksschule bestand 1945 aus einer vierklassigen Holzbaracke nördlich der Wolterschen Siedlung. Hier wurden 265 Kinder unterrichtet. Die Schülerzahl stieg 1951 auf 500 Kinder an. 1949/50 wurden zwei weitere Klassen angebaut, die die räumliche Enge etwas milderten. 1960 wurde ein achtklassiger Neubau bezogen. 1963 erfolgte die Erweiterung um vier Klassenräume. Abgerundet wurden die Schulbaumaßnahmen mit der Errichtung eines Lehrerwohnhauses (1961/62) und einer Turnhalle (1966/67). 1971 besuchten 206 Jungen und 194 Mädchen die Schule.

Die Feuerwehr Breloh wurde 1912 gegründet hatte im Jahre 1945 lediglich eine Handdruckspritze, die ihren Standort im Gerätehaus am Lopauer Weg hatte. Später konnte aus Militärbeständen eine Motorspritze übernommen werden. 1949 stationierte die Wehr ein Gerätehaus in der Baracke Nr. 15. Der Umzug in eine Massiv-Baracke erfolgte 1966. Die Übernahme des neuen Feuerwehrgerätehauses am Birkenweg erfolgte am 26. August 1977.

Wegen der Entfernung zum Friedhof Munster wurde 1959 der Bereich zwischen Breloh-Dorf und Breloh-Siedlung ein Friedhof hergerichtet, der heutige Heidefriedhof. 1960 wurde dort die Friedhofskapelle gebaut.

Am 23. Juni 1950 wurde der Ortsverein Breloh des Deutschen Roten Kreuzes gegründet. Durch freiwillige Arbeit wurde 1951 eine abgebrochene Baracke in Hornheide aufgestellt und dort ein Kindergarten eingerichtet. Dieser wurde nur wenige Jahre betrieben, da weder die Gemeinde, das Deutsche Rote Kreuz noch die interessierten Familien die laufenden Personal- und Sachkosten tragen konnten. 1968 musste die Baracke aufgegeben werde. 1985 wechselte ein großer Teil der Bereitschaftsmitarbeiter in den größeren DRK-Bereitschaftsdienst nach Munster. 1974 wurde ein Nutzungsvertrag mit der Stadtverwaltung Munster über einen Raum in der Breloher Schule möglich, der bis heute genutzt wird.

Die ev.-luth. Kirchengemeinde mietete 1952 einen großen Saal und Nebenräume in der Baracke Nr. 4. Mit der Fertigstellung der Friedenskirche Breloh im Jahre 1971 endete auch für die Kirchengemeinde die „Notunterkunft“.

An der Hermann-Löns-Straße wurde der von der Bundesrepublik gepachtete Sportplatz vom 1949 gegründeten Breloher Sport-Club genutzt. 1972 wurde das Sportlerheim fertig, das mittlerweile mehrfach erweitert wurde.

Von sieben Männern wurde am 30. September 1955 die Schützengilde Breloh gegründet. Zum Schützenfest Anfang 1956 traten die Mitglieder das erste Mal in Uniform auf. Im Frühjahr 1957 wurde die Baracke Nr. 89 gekauft; mit einem Luftgewehrstand mit sieben Bahnen und einem kleinen Klubraum ausgebaut, direkt hinter der Gaststätte Höppner. 1959 wurde der Schützengilde gegenüber dem Sportplatz ein Waldstück zur Pacht überlassen, worauf in kurzer Zeit ein Kleinkaliberschießstand gebaut und in Betrieb genommen wurde. 1962 musste der Kleinkaliberstand geräumt werden, weil das Gelände von der Fa. Heinrich Meyer gekauft und mit Mehrfamilienhäusern bebaut wurde. Als Entschädigung erhielt die Gilde ein etwa einen Hektar großes Stück Ödland, wo das heutige Schützenhaus steht. Am 17./18. Okt. 1970 erfolgte die Einweihung der neuen Halle, die durch viel Eigenleistung der Schützen erstellt wurde. Am 18. August 1981 wurde mit dem Bau der großen Festhalle begonnen, am 18. September 1982 wurde sie bereits eingeweiht. Das letzte Bauwerk war der Pistolenschießstand (Duellanlage) mit Umkleide- und Sanitärräumen, der am 31. März 1990 eingeweiht wurde.

Zum 01. Juli 1972 endete die Selbständigkeit der Gemeinde Breloh; sie wurde eine Ortschaft der Stadt Munster.

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