2009
J`accuse...! - Ich klage an!
Affaire Dreyfus
19.03. 2009 bis Ende Juni 2009
Im September 1894 fing der französische Geheimdienst in der deutschen Botschaft in Paris ein Dokument ab, aus dem hervorging, dass ein französischer Offizier Deutschland streng geheime Informationen über die Mobilmachung der französischen Artillerie anbot.
Am 15. Oktober 1894 wurde Hauptmann Alfred Dreyfus, ein jüdischer Artillerieoffizier, der zum französischen Geheimdienst abgeordnet war, zunächst ohne Anklage verhaftet und unter großer Geheimhaltung gefangen gehalten. Das Militärgericht verurteilte ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit anhand einer „Geheimakte mit gefälschten Dokumenten“ anschließend zu lebenslanger Haft mit gleichzeitiger Degradierung.
Erst 14 Jahre später, am 12. Juli 1906 wurde Hauptmann Dreyfus rehabilitiert, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und im Range eines Majors wieder in die französische Armee aufgenommen.
Zu verdanken war dies unter anderem dem französischen Schriftsteller Emile Zola, der in einem offenen Brief an den französischen Staatspräsidenten mit der Überschrift „J`Accuse...! -Ich klage an...!“ dieses „schändliche Verfahren“ aufgriff, die Wahrheit über den Sachverhalt darstellte und die Urheber aus Militär, Justiz und Politik beim Namen nannte. In der damaligen Zeit nahezu als Landesverrat angesehen wird Zola heutzutage uneingeschränkter Respekt für seinen Mut entgegen gebracht. Seine Botschaft ist nach wie vor aktuell: „Ohne Wahrheit und Gerechtigkeit gerät die Demokratie in Gefahr, Intoleranz und Vorurteile gegen Minderheiten sind Anzeichen einer Gesellschaft, die ihren freiheitlich demokratischen Weg noch nicht gefunden hat oder sich von diesem wegbewegt.“
Die Ausstellung „J`Accuse...! - ich klage an...!“ – Zur Affaire Dreyfus! verdeutlicht in einer äußerst anschaulichen und bewegenden Art die Geschichte, die sich um Alfred Dreyfus rankt. Sie zeigt weiter auf, dass eine einzelne Person etwas ändern kann, dass ein Einzelner Macht hat. Im Interesse der höchsten Ideale der Demokratie ist es wichtig, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft aufmerksam bleiben gegenüber sozialer Ungerechtigkeit.....
Lorraine Beitler, amerikanische Erziehungswissenschaftlerin, sammelt seit über drei Jahrzehnten Exponat zur „Dreyfus - Affaire“ und möchte mit dieser Ausstellung vor allem junge Menschen erreichen. Durch Aufklärung und Auseinandersetzung mit der Affaire soll deren Sensibilität gegenüber Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit geweckt werden. Das Phänomen Dreyfus steht dabei als Synonym für politischen Radikalismus und antisemitische Propaganda, aber auch für die Verteidigung der Grundrechte und den Einsatz für Minderheiten. „Die ‚Affaire’ erinnert uns daran, dass es nach wie vor notwendig ist, wachsam zu sein... und uns vor Intoleranz, ethnischer Diskriminierung, Verfolgung und Völkermord zu schützen.“ (L Beitler)
Diese Sonderausstellung aus dem Moses Mendelssohn Zentrum der Universität Potsdam wird am Donnerstag, dem 19.03.2009, um 11.00 Uhr im Deutschen Panzermuseum eröffnet und ist bis Ende Juni 2009 zu sehen. Der Eintritt in diese Sonderausstellung ist frei.
Workuta - Zur Geschichte eines sowjetischen Straflagers
20. August 2009 bis 29. November 2009
Niemand weiß, wie viele Menschen in Workuta leiden und auch sterben mussten. Schätzungen gehen bis zu 500.000 Häftlinge. Darunter befanden sich viele Tausend Deutsche.
In Deutschland ist Workuta kaum ein Begriff. Zwar hat Alexander Solschenizyn mit seinem Werk „Der Archipel GULAG“ für etwas Aufhellung gesorgt, die Berichterstat-tung findet in den Medien bis heute jedoch nur unzureichend statt.
Die von den wieder heimgekehrten Häftlingen aufgeschriebenen Berichte, Gedichte und bildnerischen Darstellungen fanden ein nur relativ geringes Publikum. Dies än-derte sich erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der eine Unzahl an weite-ren Dokumenten freigab, Kontakte und Besuche ermöglichte.
Die Ausstellung Workuta dokumentiert ein abgeschlossenes historisches Kapitel. Workuta ist Warnung an künftige Generationen, Workuta zeigt, zu was ein totalitä-res Regime fähig sein kann.
Gerade von russischer Seite wird heute Wert darauf gelegt, dass zur Entwicklung der deutsch-russischen Freundschaft die ganze historische Wahrheit zählt.
Wenn seit der Wende überlebende ehemalige Häftlinge beste Kontakte nach Russ-land pflegen, ist dies ein Zeichen der Hoffnung, wie es das Motto des Volksbundes ausdrückt:
Workuta, eine Ausstellung von Horst Schüler in Zusammenarbeit mit Dr. med. Horst Hennig und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V..
Affaire Dreyfus
19.03. 2009 bis Ende Juni 2009
Im September 1894 fing der französische Geheimdienst in der deutschen Botschaft in Paris ein Dokument ab, aus dem hervorging, dass ein französischer Offizier Deutschland streng geheime Informationen über die Mobilmachung der französischen Artillerie anbot.
Am 15. Oktober 1894 wurde Hauptmann Alfred Dreyfus, ein jüdischer Artillerieoffizier, der zum französischen Geheimdienst abgeordnet war, zunächst ohne Anklage verhaftet und unter großer Geheimhaltung gefangen gehalten. Das Militärgericht verurteilte ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit anhand einer „Geheimakte mit gefälschten Dokumenten“ anschließend zu lebenslanger Haft mit gleichzeitiger Degradierung.
Erst 14 Jahre später, am 12. Juli 1906 wurde Hauptmann Dreyfus rehabilitiert, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und im Range eines Majors wieder in die französische Armee aufgenommen.
Zu verdanken war dies unter anderem dem französischen Schriftsteller Emile Zola, der in einem offenen Brief an den französischen Staatspräsidenten mit der Überschrift „J`Accuse...! -Ich klage an...!“ dieses „schändliche Verfahren“ aufgriff, die Wahrheit über den Sachverhalt darstellte und die Urheber aus Militär, Justiz und Politik beim Namen nannte. In der damaligen Zeit nahezu als Landesverrat angesehen wird Zola heutzutage uneingeschränkter Respekt für seinen Mut entgegen gebracht. Seine Botschaft ist nach wie vor aktuell: „Ohne Wahrheit und Gerechtigkeit gerät die Demokratie in Gefahr, Intoleranz und Vorurteile gegen Minderheiten sind Anzeichen einer Gesellschaft, die ihren freiheitlich demokratischen Weg noch nicht gefunden hat oder sich von diesem wegbewegt.“
Die Ausstellung „J`Accuse...! - ich klage an...!“ – Zur Affaire Dreyfus! verdeutlicht in einer äußerst anschaulichen und bewegenden Art die Geschichte, die sich um Alfred Dreyfus rankt. Sie zeigt weiter auf, dass eine einzelne Person etwas ändern kann, dass ein Einzelner Macht hat. Im Interesse der höchsten Ideale der Demokratie ist es wichtig, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft aufmerksam bleiben gegenüber sozialer Ungerechtigkeit.....
Lorraine Beitler, amerikanische Erziehungswissenschaftlerin, sammelt seit über drei Jahrzehnten Exponat zur „Dreyfus - Affaire“ und möchte mit dieser Ausstellung vor allem junge Menschen erreichen. Durch Aufklärung und Auseinandersetzung mit der Affaire soll deren Sensibilität gegenüber Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit geweckt werden. Das Phänomen Dreyfus steht dabei als Synonym für politischen Radikalismus und antisemitische Propaganda, aber auch für die Verteidigung der Grundrechte und den Einsatz für Minderheiten. „Die ‚Affaire’ erinnert uns daran, dass es nach wie vor notwendig ist, wachsam zu sein... und uns vor Intoleranz, ethnischer Diskriminierung, Verfolgung und Völkermord zu schützen.“ (L Beitler)
Diese Sonderausstellung aus dem Moses Mendelssohn Zentrum der Universität Potsdam wird am Donnerstag, dem 19.03.2009, um 11.00 Uhr im Deutschen Panzermuseum eröffnet und ist bis Ende Juni 2009 zu sehen. Der Eintritt in diese Sonderausstellung ist frei.
Workuta - Zur Geschichte eines sowjetischen Straflagers
20. August 2009 bis 29. November 2009
Niemand weiß, wie viele Menschen in Workuta leiden und auch sterben mussten. Schätzungen gehen bis zu 500.000 Häftlinge. Darunter befanden sich viele Tausend Deutsche.
In Deutschland ist Workuta kaum ein Begriff. Zwar hat Alexander Solschenizyn mit seinem Werk „Der Archipel GULAG“ für etwas Aufhellung gesorgt, die Berichterstat-tung findet in den Medien bis heute jedoch nur unzureichend statt.
Die von den wieder heimgekehrten Häftlingen aufgeschriebenen Berichte, Gedichte und bildnerischen Darstellungen fanden ein nur relativ geringes Publikum. Dies än-derte sich erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der eine Unzahl an weite-ren Dokumenten freigab, Kontakte und Besuche ermöglichte.
Die Ausstellung Workuta dokumentiert ein abgeschlossenes historisches Kapitel. Workuta ist Warnung an künftige Generationen, Workuta zeigt, zu was ein totalitä-res Regime fähig sein kann.
Gerade von russischer Seite wird heute Wert darauf gelegt, dass zur Entwicklung der deutsch-russischen Freundschaft die ganze historische Wahrheit zählt.
Wenn seit der Wende überlebende ehemalige Häftlinge beste Kontakte nach Russ-land pflegen, ist dies ein Zeichen der Hoffnung, wie es das Motto des Volksbundes ausdrückt:
Workuta, eine Ausstellung von Horst Schüler in Zusammenarbeit mit Dr. med. Horst Hennig und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V..






