Panzer gegen das Volk
Museumspädagogisches Konzept des Vertiefungsbereiches „Panzer gegen das Volk“
Die Grundlagen des hier vorgestellten Konzeptes wurden im Rahmen eines Projektseminars der Universität Hannover erarbeitet und durch das DPM zur jetzigen Form weiterentwickelt.
Didaktische Zielsetzung:
Der 17. Juni wurde als Thema gewählt, da an seinem Beispiel sehr konkret demonstriert werden kann, dass Panzer auch eine Rolle jenseits des Schlachtfeldes spielen. In diesem Bereich soll beispielhaft die Rolle dieser Fahrzeuge als Instrumente der staatlichen Machtdemonstration und -ausübung nach Innen anstatt nach Außen gezeigt werden. Damit sollen zwei didaktische Ziele erreicht werden:
1) Das historische Beispiel einer Akzentverschiebung von „Militär gegen Militär“ zu „Militär gegen Zivil“ soll verdeutlicht werden und so zum eigenständigen Nachdenken über das Verhältnis von Gesellschaft, Staat und Militär anregen.
2) Durch die klare optische Gegenüberstellung von ungeschützten Menschen und gepanzerten Maschinen sollen die Besucher Empathie entwickeln und über die Gefühle nachdenken, die in so einer Situation empfunden werden. Selbstständige, weiterführende Gedanken zum Verhältnis Mensch und Maschine sind dabei das Darstellungsziel.
Museale Umsetzung:
Kernstück des Bereiches ist das Exponat T-34/85 – also der Panzertyp, der in der Niederschlagung des Aufstandes zum Einsatz kam. Um diesen herum werden verschiedene Objekte platziert, die zusammen einen Erfahrungsraum bilden.
Das neben dem Panzer wichtigste Objekt ist eine Fotowand, die an der Wand neben dem T-34/85 befestigt wurde. Diese besteht aus zwei Photos von je circa 2x2,5m. Es wurde bewusst darauf verzichtet, unbekannte und somit „originelle“ Photographien zu nutzen. Stattdessen wurden „klassische“ Photos ausgewählt, um den Besuchern einen leichten Zugang zum Thema durch einen hohen Wiedererkennungswert zu erlauben. Dabei wurde beim rechten Foto allerdings eine leicht veränderte Version eines sehr bekannten Fotos gewählt – das hier ausgestellte Foto wurde einige Sekunden vorher aufgenommen und besticht durch eine deutlichere menschliche Dimension in der Bildkomposition.
Auf diese Fotowand sind 5 Texte aufgeschraubt, die folgende Themenbereiche abdecken:
Tafel 1: Der Weg in den Aufstand
Tafel 2: Vom Berliner Aufstand zum Flächenbrand
Tafel 3: KVP, Sowjetarmee und Volk
Tafel 4: Panzer gegen das Volk
Tafel 5: Niederschlagung und Folgen
Damit wird dem Besucher dreierlei vermittelt: Auf Tafel 1, 2 und 5 werden die langfristigen Entwicklungen, der Ausbruch und die Niederschlagung des Aufstandes skizziert, um einen historischen Zusammenhang zu geben.
Tafel 3 beschäftigt sich gemäß der Leitlinie „Militär und Gesellschaft“ besonders mit der Frage, entlang welcher Linien die Konflikte in diesem innerstaatlichen Konflikt verliefen.
Tafel 4 hingegen thematisiert gemäß der Leitlinie „Mensch und Maschine“ die Frage, wie der Einsatz der Panzer ganz konkret ablief. Die oft gehörte Satzkonstruktion „Panzer schlugen den Aufstand nieder“ wird hier en detail und mit überraschendem Ergebnis untersucht.
Die Texttafeln selbst sind in einer Art Fieberkurve montiert – die ersten drei Tafeln steigen in Leserichtung nur langsam an, um die langfristige Entwicklung des Aufstandes zu verdeutlichen. Tafel 4 ist dann ein Ausschlag nach oben, der den abrupten Höhepunkt des Aufstandes symbolisiert. Tafel 5 ist dann wieder deutlich niedriger angebracht, um die rasche Niederschlagung zu symbolisieren.
Im Bereich zwischen vor der Fotowand sind einige Steine ausgelegt worden, die mittels eines dünnen Drahtes diebstahlgesichert wurden. So können die Besucher diese Steine vom Boden aufheben und in der Hand wiegen, um ein Verständnis für das Missverhältnis zwischen Objekt und Ziel des Steinwurfes auf dem Foto zu entwickeln.
Vor dem Panzer wurde eine Figur aufgestellt. Es handelt sich um eine 1,80 große, weitgehend abstrahierte Silhouette eines Steinewerfers, die aus einer Holzplatte geschnitten wurde. Sie wurde so im Gang platziert, dass sie dem ankommenden Besucher den Weg versperrt und dessen Blick auf den Panzer lenkt. So ist einerseits eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Fotobereich sichergestellt, der bei normalem Laufverhalten der Besucher übersehen werden könnte. Zweitens wird der Besucher damit symbolisch als unfreiwilliger Demonstrant „mit in die Sache reingezogen“, da er in die Szenerie hineinstolpert. Vor allem aber dienst sie dazu, noch einmal den drastischen Größen- und Masseunterschied zwischen Mensch und Maschine, zwischen Panzer und Steinewerfer deutlich werden zu lassen.
Unter der (aus Besuchersicht) rechten Kette des Panzers ist ein Fahrrad positioniert worden, das zu diesem Zweck vorher von einem Kettenfahrzeug der Bundeswehr überrollt wurde. Durch diese kleine Installation soll der klinische Charakter des Panzer-Exponats aufgebrochen werden; der Szenerie soll ein urbanes Flair vermittelt werden.
Die Grundlagen des hier vorgestellten Konzeptes wurden im Rahmen eines Projektseminars der Universität Hannover erarbeitet und durch das DPM zur jetzigen Form weiterentwickelt.
Didaktische Zielsetzung:
Der 17. Juni wurde als Thema gewählt, da an seinem Beispiel sehr konkret demonstriert werden kann, dass Panzer auch eine Rolle jenseits des Schlachtfeldes spielen. In diesem Bereich soll beispielhaft die Rolle dieser Fahrzeuge als Instrumente der staatlichen Machtdemonstration und -ausübung nach Innen anstatt nach Außen gezeigt werden. Damit sollen zwei didaktische Ziele erreicht werden:
1) Das historische Beispiel einer Akzentverschiebung von „Militär gegen Militär“ zu „Militär gegen Zivil“ soll verdeutlicht werden und so zum eigenständigen Nachdenken über das Verhältnis von Gesellschaft, Staat und Militär anregen.
2) Durch die klare optische Gegenüberstellung von ungeschützten Menschen und gepanzerten Maschinen sollen die Besucher Empathie entwickeln und über die Gefühle nachdenken, die in so einer Situation empfunden werden. Selbstständige, weiterführende Gedanken zum Verhältnis Mensch und Maschine sind dabei das Darstellungsziel.
Museale Umsetzung:
Kernstück des Bereiches ist das Exponat T-34/85 – also der Panzertyp, der in der Niederschlagung des Aufstandes zum Einsatz kam. Um diesen herum werden verschiedene Objekte platziert, die zusammen einen Erfahrungsraum bilden.
Das neben dem Panzer wichtigste Objekt ist eine Fotowand, die an der Wand neben dem T-34/85 befestigt wurde. Diese besteht aus zwei Photos von je circa 2x2,5m. Es wurde bewusst darauf verzichtet, unbekannte und somit „originelle“ Photographien zu nutzen. Stattdessen wurden „klassische“ Photos ausgewählt, um den Besuchern einen leichten Zugang zum Thema durch einen hohen Wiedererkennungswert zu erlauben. Dabei wurde beim rechten Foto allerdings eine leicht veränderte Version eines sehr bekannten Fotos gewählt – das hier ausgestellte Foto wurde einige Sekunden vorher aufgenommen und besticht durch eine deutlichere menschliche Dimension in der Bildkomposition.
Auf diese Fotowand sind 5 Texte aufgeschraubt, die folgende Themenbereiche abdecken:
Tafel 1: Der Weg in den Aufstand
Tafel 2: Vom Berliner Aufstand zum Flächenbrand
Tafel 3: KVP, Sowjetarmee und Volk
Tafel 4: Panzer gegen das Volk
Tafel 5: Niederschlagung und Folgen
Damit wird dem Besucher dreierlei vermittelt: Auf Tafel 1, 2 und 5 werden die langfristigen Entwicklungen, der Ausbruch und die Niederschlagung des Aufstandes skizziert, um einen historischen Zusammenhang zu geben.
Tafel 3 beschäftigt sich gemäß der Leitlinie „Militär und Gesellschaft“ besonders mit der Frage, entlang welcher Linien die Konflikte in diesem innerstaatlichen Konflikt verliefen.
Tafel 4 hingegen thematisiert gemäß der Leitlinie „Mensch und Maschine“ die Frage, wie der Einsatz der Panzer ganz konkret ablief. Die oft gehörte Satzkonstruktion „Panzer schlugen den Aufstand nieder“ wird hier en detail und mit überraschendem Ergebnis untersucht.
Die Texttafeln selbst sind in einer Art Fieberkurve montiert – die ersten drei Tafeln steigen in Leserichtung nur langsam an, um die langfristige Entwicklung des Aufstandes zu verdeutlichen. Tafel 4 ist dann ein Ausschlag nach oben, der den abrupten Höhepunkt des Aufstandes symbolisiert. Tafel 5 ist dann wieder deutlich niedriger angebracht, um die rasche Niederschlagung zu symbolisieren.
Im Bereich zwischen vor der Fotowand sind einige Steine ausgelegt worden, die mittels eines dünnen Drahtes diebstahlgesichert wurden. So können die Besucher diese Steine vom Boden aufheben und in der Hand wiegen, um ein Verständnis für das Missverhältnis zwischen Objekt und Ziel des Steinwurfes auf dem Foto zu entwickeln.
Vor dem Panzer wurde eine Figur aufgestellt. Es handelt sich um eine 1,80 große, weitgehend abstrahierte Silhouette eines Steinewerfers, die aus einer Holzplatte geschnitten wurde. Sie wurde so im Gang platziert, dass sie dem ankommenden Besucher den Weg versperrt und dessen Blick auf den Panzer lenkt. So ist einerseits eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Fotobereich sichergestellt, der bei normalem Laufverhalten der Besucher übersehen werden könnte. Zweitens wird der Besucher damit symbolisch als unfreiwilliger Demonstrant „mit in die Sache reingezogen“, da er in die Szenerie hineinstolpert. Vor allem aber dienst sie dazu, noch einmal den drastischen Größen- und Masseunterschied zwischen Mensch und Maschine, zwischen Panzer und Steinewerfer deutlich werden zu lassen.
Unter der (aus Besuchersicht) rechten Kette des Panzers ist ein Fahrrad positioniert worden, das zu diesem Zweck vorher von einem Kettenfahrzeug der Bundeswehr überrollt wurde. Durch diese kleine Installation soll der klinische Charakter des Panzer-Exponats aufgebrochen werden; der Szenerie soll ein urbanes Flair vermittelt werden.






